Cüs ja, schon wieder eine Woche St. Michel rum? Wie sackig...

Eine kleine Zusammenfassung der besondersten Momente unserer traditionellen Trainingsreise ins kleine Dithmarscher Dorf...

Ungewohnterweise ging es dieses Jahr in der zweiten Trainingswoche nach St. Michel. Pluspunkt: wir mussten uns die Sporthalle nicht mit der Ferienbetreuung der örtlichen Schule teilen. Minuspunkt: unsere Reisedauer verkürzte sich, um sicherzustellen, dass bis zum Schulstart alle Kinder genug geschlafen haben. 

 

Wir trafen uns morgens um 8:45 Uhr an der Kneesestraße, verstauten Gepäck und TT-Materialien und machten uns mit den Fahrrädern auf den Weg zur S-Bahn. Während manch einer noch versuchte, auf der Straße sein Rad zu bändigen, waren wir positiv überrascht, wie zügig wir die Fahrräder Treppen rauf und runter getragen bekommen haben. 

Angekommen in Altona, wurde unsere Euphorie jedoch schnell gebremst. Nach der ersten Ansage mit einer Stunde Verspätung, fiel unser Zug dann letztendlich aus. Wir disponierten um und fuhren mit kleinen Bimmelzügen, mehreren Umstiegen, Wartezeit und bei bestem Schleswig-Holsteiner Schietwetter nach St. Michaelisdonn. Den Tag gestalteten wir dann noch, wie immer, mit dem ersten Einkauf, einer Rallye und Kennenlernspielen. 

 

An den nächsten Tagen war unser Ablauf immer gleich: Aufstehen, eine kurze Sporteinheit (Fitness oder Joggen), Frühstück, Fahrradweg zur Halle, Training, Mittagspause, Power-Napping, Training, Duschen, Fahrradweg nach Hause, Essen, Abendprogramm. Dazu zählten wie immer die TT-Videoanalysen, ein Regelquiz, ein Brettspielabend, Extreme-Activity und unser traditionelles Freundschaftsspiel gegen den Heimatverein. Kein Wunder also, dass in der Regel abends auch alle sehr müde ins Bett fielen. 

Auch das traditionelle Eröffnungs- und Abschlussturnier durfte natürlich nicht fehlen. Beim Eröffnungsturnier gleich zu Beginn der Reise wurden wir so Zeugen eines extrem spannenden 5-Satz Matches zwischen Elias und Niklas. Die Trainingsmotivation insgesamt war sehr gut und das Trainingspensum zeigte auch schnell Wirkung. Bei der Kräftigung werden wir aber auch weiterhin in Hamburg nachbessern ;-)

 

Wetterbedingt waren wir dieses Jahr tatsächlich nur zweimal morgens laufen und haben noch nie so häufig unsere Regenhosen getragen. Regen und Wind zogen nicht ab - die Waldwege wurden matschiger aber unsere Fahrradtouren sicherer und die Fahrer:innen stärker. Trotz harter Trainingstage gaben wir alles, um abends den Berg zum Fliegerheim hochzukommen. Wer bislang noch nicht selbstbewusst Fahrrad fuhr, kann dies spätestens seit der Reise. Der eine oder andere merkte auch bereits an, dass es durchaus sinnvoll sein könnte, auch in Hamburg mit dem Fahrrad zum Training zu kommen. Und der ein oder andere konnte noch dazu lernen, was eine Gangschaltung ist.

 

Wir verstehen uns außerdem nicht nur als Tischtennis-Verein, sondern wollen auch die Gemeinschaft und Selbstständigkeit der Kinder stärken. Daher bot das Trainerteam dieses Jahr in der Erstaufführung einen Sketch, wie man vernünftig und effizient Geschirr abwäscht und siehe da: die Vorführung zeigte ihre Wirkung!

 

Von der Jugendsprache und den Jugendwörtern des Jahres konnten wir uns leider nicht ganz distanzieren. Christopher bekam sogar eine Liste inklusive Lautsprache, um up-to-date zu bleiben. Zusätzlich kam Elias mit dem wohl sackigsten Wort von allen um die Ecke ("sackig"). Bedeutung "sackig": wenn etwas nicht scheppert, es also blöd, langweilig oder ätzend ist, wie z.B. alle gesammelten Halloween-Süßigkeiten mit der Gruppe zu teilen.

Da sind wir gleich beim nächsten Wort: "das scheppert". Definition: alles, was richtig gute Laune macht, super schmeckt oder Spaß macht, tolle Bälle beim Tischtennis, hübsche Halloweenkostüme, das Ballfangspiel beim Schwimmen, die Pommes und das Eis beim Schwimmen, morgens ein Brötchen mit Avocado, Salz und Pfeffer oder eine geschnittene Mango von Simon, eigentlich unsere gesamte Reise. 

 

Ja ja, wenn man eine Woche zusammen verbringt, kann das ziemlich prägend sein. Es können neue Bekanntschaften und Freundschaften entstehen und man lernt die Gewohnheiten der anderen sowie ihre Eigenarten gut kennen. So füllt der eine vielleicht sehr häufig seine Trinkflasche auf, der nächste kümmert sich abends gerne um seine Gesichtspflege und andere verwechseln ständig ihre Trainingsanzüge, weil sie alle gleich aussehen. Wieder andere haben ein ausgeprägtes Kuschelbedürfnis mit unseren Maskottchen Ernie und Bert, zeichnen gerne oder würden gerne die ganze Zeit Scotland Yard, Cabo oder Skyjo spielen. Nach ein paar Tagen war auch bereits klar, für wen Larissa morgen immer wieder ihren privaten Friseursalon öffnete und wer die Top Konsumenten für Maiswaffeln und Äpfel waren (wobei das bei den Äpfeln ja schon länger bekannt ist).

 

Nachdem Frida, Louisa und Lea bereits in Schweden zum Aufwärmen getanzt haben, wollten wir auch in St. Michell ihr Können als Vortänzer unter Beweis stellen. Keiner hätte wohl gedacht, dass sich das Tanzen danach sogar als Aufwärmen für Hamburg gewünscht wird.

 

Abseits der Platte haben wir auch mal wieder Trainer gegen Teilnehmer (von Katha dank Schlafmangel vehement Trainer gegen Betreuer genannt) gespielt. In spannenden Disziplinen wie Papierflieger bauen, Seilspringen, Schubkarrenrennen, Tischtennis Golf, Plank-Challenge, Pedalo fahren, TT-Ball hochhalten oder dem Brückenlauf stellten sich immer einige Kinder und Betreuer der genannten Herausforderung. Am Ende konnten die Betreuer trotz miserablen Leistungen beim Brückenlauf und Pedalo fahren 5:3 gewinnen. 

 

Das Highlight war natürlich unser Abschlussabend, der dieses Jahr auf Halloween fiel. Alle hatte ihre Verkleidungen im Gepäck und Kate verwandelte die Mädels noch schnell in die blutige Horrorversion ihrer Kostüme. Lediglich Minion Bob blieb ohne Kunstblut. Als nächstes wurden noch Halloween Sprüche auswendig gelernt und selbst gedichtet. Der beliebteste war natürlich:

 

"Geister lachen, Geister meckern,

gib' uns Süßes, sonst wird's scheppern."

 

Kreativ verkleidet ging es dann als Großgruppe um die Häuser ziehen und im Vergleich zu Hamburg ist St. Michel das Paradies für Halloween Fans. Wir waren überrascht, wie viele Leute ihre Tür öffneten und wie großzügig die Menschen waren. Am Ende hatte jedes Kind einen randvollen Beutel oder Schüssel und als wir alle Süßigkeiten zusammenwarfen (was überhaupt nicht gut ankam) konnten wir unseren Augen nicht trauen. Geschätzt kamen wir auf über 10 Kilo, die Christoper, Hendrik und Basti am Abend noch in Kategorien aufteilten. Im Fliegerheim ging dann der zweite Teil des Abschlussabends los - natürlich weiter im Halloween Design. Wir spielten Mord im Dunkeln, Zeitungstanzen, Reise nach Transsilvanien und für einen guten Abschluss: Ballontanzen als i-Tüpfelchen. Zusätzlich haben Larissa, Simon und Katha in illustrer Runde bereits am Abend davor ein Halloweenbuffet aus Wackelpudding und verzierten Geister-Schokoküssen gezaubert und am Ende des offiziellen Teils des Abeds haben wir wie immer die Orden für die Reise verteilt. Hier gab es noch ein Novum: auf der zweiten Seite konnte jeder neben dem typischen Spruch einen hübschen Schnappschuss von sich von der Reise finden.

 

Die Zeit in St. Michel verging wie im Flug und alle hatten sehr viel Spaß. Es war schön zu sehen, wie der Zusammenhalt in der Gruppe immer stärker wurde und dass trotz dem eher jungen Durchschnittsalter (>12 Jahre) alles reibungslos verlief. An dieser Stelle fällt mir aber ein was nicht reibungslos lief: nämlich Julius Fahrrad, das schon zum zweiten Mal ein Pedal verlor und somit den Fahrradhändler von St. Michel kennenlernte. Das war es aber auch schon mit außergewöhnlichen Vorkommnissen, was uns sehr stolz, glücklich und übermüdet nach Hamburg zurückkommen ließ.

 

An dieser Stelle wie immer ein großes Dankeschön an Susanne und Walter, dass wir wieder im Fliegerheim wohnen durften, an Laszlo für das leckere Essen und an alle Betreuer:innen, die mit dabei waren! Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr!

 

Bericht von Katha

 

Diese Reise wurde ermöglicht durch Unterstützung der Freien und Hansestadt Hamburg sowie der Hamburger Sportjugend.

Weitere Fotos folgend bald!